Offener Brief an die Schulfamilie

 

Liebes Kollegium,

liebe Eltern,

liebe Schülerinnen und Schüler,

 

seit fast eineinhalb Wochen befinden wir uns jetzt in dieser für uns alle außergewöhnlichen Situation. Wir alle geben unser Bestes, unser Leben auf die teils enormen Herausforderungen auszurichten. Dabei stehen wir alle gerade noch am Anfang einer schwierigen Zeit, von der wir noch nicht einmal wissen, wie lange sie anhalten wird.

Wir alle können aber mit Zuversicht in die ungewisse Zukunft schauen. In den letzten Tagen habe ich, durch viele Gespräche und E-Mails, erfahren dürfen, dass jeder von uns großes Verständnis für die schwierige Situation hat. Ich konnte beobachten, dass viele bereit sind für andere, für die Gemeinschaft, da zu sein. Jeder ist wirklich bemüht die Herausforderungen in den Griff zu bekommen und mit Mut und Zuversicht die nächsten Wochen anzugehen.

Jeder geht das Problem auf seine Weise an und sucht nach umsetzbaren Lösungen. Wenn wir dabei auch weiterhin an unsere Mitmenschen denken, in dieser Zeit vor allem an die, die unsere Hilfe und Unterstützung brauchen, dann werden wir alle Aufgaben gemeinsam, erfolgreich meistern.

Ich habe in den vielen Gesprächen auch das Leid und die Ängste von zahlreichen Mitgliedern der Realschule mitbekommen. Die alleinerziehende Mutter, die als Krankenpflegerin arbeitet und nicht weiß, wohin mit ihren Kindern, weil sie älter als 12 Jahre alt sind. Die Familie, wo die Großeltern in häuslicher Gemeinschaft wohnen und die damit verbundene Sorge, dass sie auch das familiäre Umfeld mit Covid-19 anstecken könnte. Die Eltern, die beide momentan keine finanziellen Einkünfte mehr haben, weil sie in ihren Berufen als Selbstständige nicht mehr arbeiten dürfen. Ich weiß, das ist nur die Spitze eines Eisberges.

Das Wissen, um diese wirklich schweren Schicksale, hat eine große Auswirkung auf meine eigenen, auf unsere, Gedanken, Entscheidungen und Handlungen. Und das ist auch unbedingt notwendig.

Wir Lehrerinnen und Lehrkräfte, wollen in dieser Situation helfen, soweit wir das können. Verstehen sie unsere schulischen Maßnahmen als Angebot und Unterstützung. Ihr liebe Schülerinnen und Schüler könnt die nächsten Wochen nutzen, um bereits in der Schule Gelerntes, mit, aber auch ohne die Arbeitsmaterialien eurer Lehrer, zu wiederholen und zu vertiefen. Es ist die Chance eventuell vorhandene Wissenslücken zu schließen. Dabei wollen wir euch unterstützen. Bitte übt und lernt soweit es geht freiwillig und selbstständig, dies schont die Nerven eurer Eltern, ich weiß es aus eigener Erfahrung.

Liebe Eltern, wir wissen, dass jede Familie unterschiedliche Voraussetzungen hat und damit meine ich zwar auch die technischen, mehr jedoch meine ich hier die Gegebenheiten in den Familien, welche zu dem oben erwähnten „Eisberg“ gehören.

Sehen sie unsere Bemühungen als Angebot, mit der Aufforderung nach ihren Möglichkeiten und Kräften mitzumachen, nicht mehr und nicht weniger. In Zeiten wie diesen sehe ich es mit der schulischen Bildung nach dem Motto: “So viel wie nötig, so wenig wie möglich“. So viel wie nötig, damit wir gemeinsam, wenn wir wieder alle zusammen in der Schule sind, so schnell wie möglich zur schulischen Normalität zurückkommen. So wenig wie möglich, weil ich weiß, dass unzählige andere Schwierigkeiten zu bewältigen sind, die jetzt an vorderster Stelle stehen und Zeit und Nerven kosten.

Wenn ein Jeder das nötige Maß an Verständnis für den anderen aufbringt und versucht sich in ihn hinein zu versetzen, dann werden wir die Zeit gut überstehen.

Ich wünsche Ihnen allen alles Gute

Ihr

Alexander Peintinger

Montag, 23.03.2020 - 08:45 Uhr

Sehr geehrte Eltern,

bitte verwenden Sie verbindlich das aktualisierte (Stand: 23.03.2020) Formular „Erklärung zur Berechtigung zu einer Kinderbetreuung im Ausnahmefall (Notfallbetreuung)" um ein Kind zur Betreuung an unserer Schule anzumelden. Bitte haben Sie Verständnis, dass dieses Formular aufgrund der gegebenen Umstände hinreichend überprüft werden muss. Um dies zu gewährleisten müssen Sie dieses Formular am Vortag einer Betreuung bei der Schulleitung abgeben.

Mit freundlichen Grüßen

Die Schulleitung

Werbung für Crêpes und Paris

FranceMobil-kl

Artikel aus dem Bayerwald Echo vom 07.02.2020 lesen.